Budget Basics: Der Notgroschen

Budget Basics: Der Notgroschen

Ich möchte eine kleine Artikelserie starten – die “Budget Basics”. Darin möchte ich einige Themen abarbeiten, die mir bei Entwickeln meiner Geldstrategie immer wieder begegnet sind.

Heute Teil 1:

Der Notgroschen

Überall liest man davon,  sobald man anfängt, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Leg dir immer zuerst etwas zurück! Bezahle zuerst dich selbst! Wenn du dich nicht selbst bezahlst, wer macht es dann?

Es muss also wohl oder über etwas an der Idee des Notgroschens dran sein.

Meine Oma hat immer gesagt:

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

Was könnte sie damit wohl meinen, habe ich damals gedacht. Heute bin ich ein bisschen schlauer, denke ich 😉

So ganz unrecht hatte sie damals nicht.

Als ich damals mein System zum Geldumgang entwickelt habe, habe ich zuerst daran gedacht, mir gleich einen gewissen Betrag zurückzulegen – meinen sogenannten Notgroschen.

Was ist dieser Notgroschen eigentlich?

Der Notgroschen ist für Notfälle!!! Ich meine wirklich nur Notfälle!!! Ansonsten wird dieses Geld nicht angefasst!!! Ein Notfall ist immer eine Ausgabe, die plötzlich auftritt und um die man nicht rumkommt!!!

Der Notgroschen wird nur dafür genutzt.

Was kennzeichnet den Notgroschen?

  • Ort – Der Notgroschen sollte idealerweise nicht auf deinem Gehalts- oder Lohnkonto untergbracht sein. Man kennt das doch. Hier ein Kaffee, da ein Brötchen zum Frühstück – dazu noch eine Zeitung. Sogar wenn man mit besten Absichten sein Sparvorhaben angeht, hat man am Ende des Tages doch wieder ein paar Euro für etwas ausgegeben, was man eventuell nicht gebraucht hätte. Am besten wäre es, sich ein zweites Konto (besser ein Tagesgeldkonto) einzurichten, dass man dann monatlich bespart. Wenn das Geld von dem eigentlichen Gehaltskonto weg ist, kann man es nicht mehr ausgeben. So einfach ist das. Was weg ist, ist weg. Der Gedanke ist jetzt nur, dass ich das Geld nicht für irgendeinen Tinnif ausgeben kann, da ich da nicht mehr so schnell rankomme. Es ist aber nicht komplett weg. Es liegt nur woanders. Wenn ich zum Beispiel am Wochenende zur Party nur 50 EURO an Bargeld mitnehme, kann ich maximal diese 50 EURO ausgeben. Hätte ich aber die kompletten 100 EURO aus meinem Portemonnaie mitgenommen, hätte die Möglichkeit bestanden, dass ich die anderen 50 EURO auch auf den Kopf haue. Ich will damit sagen, dass man einen Teil seines Geldes dort aufbewahren sollte, wo man nicht so schnell herankommt.
  • Höhe – Wie so vieles auf der Welt hängt auch die Höhe des Notgroschens von etwas anderem ab. Von was sie abhängt, kommt auf jeden selbst an. Ich habe mir gesagt, ich möchte 2-3 Nettomonatsgehälter in der Hinterhand haben. Mir reicht das aus, um die meisten Notfälle abzufedern.
  • LiquiditätDas ist meiner Meinung nach der wichtigste Punkt – Wie schnell komme ich an mein Geld??? Aus diesem Grund rate ich auch dazu, den Notgroschen nicht fest über Jahre hinweg anzulegen. Wie ich eben schon gesagt habe, nutze ich für meinen Notgroschen ein Tagesgeldkonto. Dort kann ich tagesaktuell darauf zugreifen und muss nicht noch Tage auf mein Geld warten. Wenn der Notfall eintritt, muss das meiner Meinung auch genau so ablaufen.

Gut, du hast dir jetzt ein Konto für deine Notfälle eingerichtet. Worauf musst du jetzt warten? Woran erkenne ich einen Notfall? oder anders:

Wofür wird dieser Notgroschen gespart?

So ich oben schon geschrieben habe, tritt ein Notfall immer dann plötzlich auf, wenn man ihn eigentlich nicht gebrauchen kann. Ich meine jetzt nicht so etwas wie Weihnachten oder Geburtstage in der Familie. Diese Tage sind lange im Voraus planbar, da sie jedes Jahr dran sind.

Der Notgroschen ist auch nicht als Sparkonto gedacht. Wenn du auf ein neues Auto sparen willst, dann nimm ein separates Auto-Sparkonto, auf dem du die Investitionssumme sparst. Ein Autokauf kann man lange vorher planen und dementsprechend ein Budget dafür erstellen.

Wofür soll ich es denn dann benutzen, wirst du dir jetzt bestimmt denken?

  • Haus-Notfälle – Du gehst aus, besuchst deine Eltern oder Freunde. Abends kommst du nach Hause und bemerkst einen anderen Geruch, als du es gewohnt bist. Du öffnest die Tür zu deinem Waschraum. Da kommt dir eine Flut entgegen. Du siehst Rauch. Nicht viel, aber doch soviel, dass du ihn bemerkst. Du suchst den Fehler. Du kannst es dir schon denken. Es ist die Waschmaschine. Deine heißgeliebte Waschmaschine hat den Geist aufgegeben. Wie viele Jahre hat sie dich begleitet, ohne dich im Stich zu lassen? Du weißt es nicht mehr, da sie schon so alt ist. Es nützt nichts, du benötigst eine neue. Eine neue Waschmaschine kostet um die 400 – 500 EURO. Den Schaden in deiner Wohnung hast du da noch nicht mal eingerechnet.
  • Auto-Notfälle – Diesen Fall hatte ich neulich selbst. Auf dem Weg zur Arbeit leuchtete auf einmal ein Signalleuchte. “Mist” dachte ich im ersten Moment. Mein Partikelfilter war fast voll. Um einen Werkstattbesuch bin ich nicht herumgekommen. Aber ich bin da immer relativ entspannt, wenn ich da hinfahre. Ich weiß, dass ich es mir leisten kann. Ich habe ja meinen Notgroschen.
  • Job-Notfälle – Ein Fall, an den ich noch gar nicht denken möchte. Was ist, wenn dir auf einmal gekündigt wird und du dir neue Arbeit suchen musst? Oder dein Arbeitgeber steht kurz vor der Pleite und kann dir keinen Lohn mehr bezahlen. Was wirst du machen?

DAS sind Notfälle. Du hast nicht damit gerechnet, kommst aber nicht um diese Ausgabe herum. Du brauchst nämlich eine neue Waschmaschine, ein heiles Auto und eine sicher Einkommensquelle! Aber wie du mitbekommen wirst, werden diese Notfälle nicht wirklich mehr GROßE Notfälle sein. DU bist nämlich vorbereitet.

 

Hast du weitere Fragen zum Thema “Notgroschen”???
Wofür sparst du deinen Notgroschen???
Posted on: 7. Dezember 2014, by : Henrik

2 thoughts on “Budget Basics: Der Notgroschen

  1. Der Notgroschen ist durchaus wichtig, um für eventuelle Notfälle abgesichert zu sein, aber man darf nicht vergessen, dass es tatsächlich nur ein bestimmter festgelegter Betrag sein sollte. Ich kenne viele die Ihren “Notgroschen” immer weiter aufstocken, um diesen eventuell auch später erst im Rentensalter wieder anzurühren. Da das Geld aber in den allermeisten Fällen einfach auf einem Konto ohne große Erträge liegt ist diese Entwicklung natürlich Gift für ein nachhaltigen Vermögensaufbau! Allso Notgroschen schön und gut – aber den Betrag wirklich nur für Notfälle kalkulieren und alle Ersparnisse darüber hinaus intelligent investieren.

  2. Hi!
    Ich halte den guten alten Notgroschen für immens wichtig. Wer kein Geld bei Seite schafft, darf sich nicht wundern, wenn er dann für ein neues Auto oder so eine Anschaffung einen Kredit braucht …
    LG

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