Finanzen unter Kontrolle mit dem 3+2-Konten-Modell

Ich hatte früher, lange bevor ich angefangen habe, mich mit meinen Finanzen unter Kontrolle auseinanderzusetzen, nur ein einziges Konto. Es war ein Konto bei unserer örtlichen Sparkasse, welches meine Eltern mal für mich angelegt hatten.

Ich war auch lange zufrieden damit. Ich hatte meine Kontoauszüge, meine EC-Karte und konnte überall an Sparkassen mein Geld abheben.

Als ich dann anfing mich, mit meinen Finanzen auseinanderzusetzen, war ich mit diesem 1-Konto-Modell nicht mehr zufrieden. Ich wollte mehr Kontrolle haben. Ich wollte sehen, was ich im Monat sparen kann. Meine jährlichen Versicherungsbeiträge sollten mich nicht immer zurückwerfen am Anfang des Jahres.

Doch wie sollte ich das lösen? Den ersten Schritt machte ich unbewusst. Ich wollte ein Tagesgeldkonto. Damals waren die Zinsen durchaus noch annehmbar. Ich weiß gar nicht mehr genau, aber 3,5 oder 4 % waren es bestimmt, glaube ich. Ein Kommilitone hat mich dann damals bei ComDirect geworben. Von da an überwies ich monatlich einen festen Betrag auf mein Tagesgeldkonto.

Mit der Zeit ist mir dann aufgefallen, dass mir das nicht reicht. Also habe ich mir meine Konten wie folgt strukturiert:

1. Konto für laufende Ausgaben / Gehaltskonto

Laufende Ausgaben werden über mein Gehaltskonto abgezogen. Wenn ich mir mal was schönes kaufen möchte oder der Wocheneinkauf dran ist, dann erledigt das mein altes Konto bei der Sparkasse.

Bei diesem Konto habe ich verschiedenste Daueraufträge eingerichtet, welche monatlich einen gewissen Teilbetrag auf meine verschiedenen anderen Konten verteilen.

2. Konto für feste Ausgaben

Eines dieser Konten ist mein Konto für feste Ausgaben. Hier sammle ich monatlich Geld ein. Davon werden die festen Ausgaben wie die jährliche Abbuchung der Kfz-Versicherung, Kfz-Steuer und Privathaftpflicht bezahlt. Ich habe mir bei meinem Gehaltskonto wie gesagt Daueraufträge eingerichtet. Ich nehme dafür den Jahresbeitrag für z.B. die Kfz-Versicherung, welche ungefähr bei ca. 600€/Jahr liegt. Der Vorteil für die jährliche Abbuchung der Kfz-Versicherung dürfte klar sein. (Falls nicht, ich spare durch die jährliche Zahlungsweise ein paar Prozent im Gegensatz zur monatlichen Zahlweise!)

Diese 600€ Jahresbeitrag dividiere ich nun durch 12 – Das macht 50€. Der Dauerauftrag für meine Kfz-Versicherung lautet nun: “monatliche Überweisung von 50€ auf mein Konto für feste Ausgaben”. Ich nutze dafür ein Konto bei der DKB.

Weiter buche ich auf mein Konto für feste Ausgaben einen kleinen Teilbetrag als finanzielle Rücklage.

3. Tagesgeldkonto als finanzielle Rücklage

Der Aufbau einer finanziellen Rücklage ist sehr, sehr, sehr wichtig. Ich nutze dafür mein Konto bei der DKB. Dieses DKB Konto ist mit einem Tagesgeldkonto verknüpft. Das hat den Vorteil, dass ich schnell mein Geld hin- und her überweisen kann und dass ich mir die Zinsen sichere.

Einmal im Monat, nachdem das Geld von meinen Gehaltskonto bei der DKB eingegangen ist, habe ich einen Dauerauftrag eingerichtet, der mein gesamtes Guthaben auf dem DKB-Konto abzüglich dessen, was für die festen Ausgaben nötig ist, auf mein Tagesgeldkonto bei der DKB überweist. Betragen meine festen Augaben im Jahr 600€, dann wird, wenn ich mehr als 600€ auf dem DKB-Konto habe, der Überschuss auf mein Tagesgeldkonto überwiesen. Dadurch muss ich mich nicht kümmern, es landet alles automatisch auf dem richtigen Konto. Das ist ein meiner Meinung nach sehr großer Vorteil, den die DKB mir da bietet.

Wenn der Betrag auf dem Tagesgeldkonto eine gewisse Höhe erreicht hat (z.B. 3 Brutto-Monatsgehälter), dann schöpfe ich ein bisschen von diesem Tagesgeldkonto ab und überweise es auf mein Depot-Konto. Drei Bruttomonatsgehälter sind eine gute Rücklage, um unvorhergesehene Dinge schnell regeln zu können. Ich denke da z.B. an die neue Waschmaschine oder die Reparatur des Autos.

4. Depot-Konto

Einen weiteren Dauerauftrag habe ich auf mein Depot-Konto bei der ComDirect-Bank eingerichtet. ComDirect habe ich wie gesagt am Anfang als Tagesgeld-Konto genutzt. Nachdem die Zinsen aber in den letzten Jahren gesunken sind, hatte ich nach Alternativen gesucht und bin bei der DKB gelandet.

Mein Konto bei ComDirect habe ich aber nicht aufgelöst.

Nach einer Weile bin ich dann auf die Idee gekommen, in Aktien zu investieren. Doch dafür benötigte ich ein Depot. Bei meiner Hausbank war mir das zu teuer. Eine kurze Internet-Recherche ergab dann, dass die Leute mit dem Depot der ComDirect sehr zufrieden sind. Da ich ja dort bereits Kunde war und ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto besaß, habe ich mir mal dort die Konditionen angeschaut. Ich war überrascht. Kein Depotgebühren, wenn man ein Girokonto bei ComDirect hat.

Die logische Schlussfolgerung für mich war, ich dort ein Depot eröffnet habe.

Um aber nun in Aktien zu investieren, benötigt man einen gewissen Betrag, damit einen die Kaufprovisionen und Börsenentgelte nicht die komplette Rendite versauen. Also muss man Geld ansparen, bevor man investiert. Dafür habe ich wiederum einen Dauerauftrag bei meinem Gehaltskonto eingerichtet, der monatlich einen gewissen Betrag auf mein Depot-Konto überweist. Außerdem landen auf meinem Depot-Konto sämtliche Dividenden von meinen Aktien.

5. Depot-Tagesgeld

Das Depot-Konto von ComDirect hat jedoch einen kleinen Nachteil – Es bringt mir keine Zinsen! Also buche ich einmal im Monat das komplette Guthaben auf das Depot-Tagesgeld-Konto. Dieses Tagesgeld-Konto dient mir als “Zwischenlager”, bis ich meinen Investitionsbetrag zusammengekratzt habe.

Der Nachteil hier ist leider, dass ich diese Überweisung manuell tätigen muss. Ist nicht ganz so schön, aber so werde ich wenigstens dazu gezwungen mir mindestens einmal im Monat meinen Kontostand anszuschauen.

Fazit – Finanzen unter Kontrolle?

Wer seine Finanzen unter Kontrolle bekommen möchte, sollte sich unbedingt Gedanken darüber machen. Manchmal dauert es eine Weile, bis man einen Plan hat. Manchmal muss sich dieser Plan auch über die Zeit entwickeln. In dem folgenden Video habe ich mal versucht, euch mein Kontenmodell noch einmal genauer zu erläutern.





Hier zeige ich euch nocheinmal den Aufbau meines Modells:

3+2-Kontenmodell

Dieses Modell ist ziemlich kraftvoll. Einmal eingerichtet, macht es seine Arbeit fast alleine (bis auf eine kleine monatlich Kontrolle, was man natürlich machen sollte).

Eingesetzte Tools:

Sparkasse

  • Konto für Einnahmen + allgemeine Ausgaben

DKB*

  • Konto für feste Ausgaben
  • Tagesgeld für Rücklagen

ComDirect*

  • Depot-Konto
  • Depot-Tagesgeld
  • Depot
Zum Schluss noch eine kleine Frage an Dich:

Wie hast Du Deine Finanzen im Griff? Wie versuchst Du Deine Finanzen unter Kontrolle zu bekommen?
Erzähl es mir! Vielleicht muss ich meinen Plan ja noch überdenken…

Posted on: 14. Dezember 2013, by : Henrik

4 thoughts on “Finanzen unter Kontrolle mit dem 3+2-Konten-Modell

  1. Deine Struktur ist wirklich interessant. Vor allem das Konto für feste jährliche Ausgaben ist ein spannender Ansatz. Ich persönlich habe nur ein aktives Girokonto. Die Bewegungen selbst werden in meiner Finanz-App transparent, auf der ich alles über Kategorien strukturiert habe.

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