Die Geschichte meines CFD-Handels und was ich davon am meisten gelernt habe

Die Geschichte meines CFD-HandelsIch möchte dir heute eine kurze Geschichte über mich erzählen.

In den Jahren 2011 und 2012 entdeckte ich etwas Neues, mit dem ich zu mehr Geld kommen wollte. Schnell kam ich darauf. In meinem ComDirect*-Account wurde mir angeboten, einen Monat kostenlos mit CFD zu üben.

Was ist CFD eigentlich?

CFDs (Contracts for Difference, Differenzgeschäfte) sind Derivate, die nicht auf dem Preis des Basiswerts beruhen, sondern auf der Differenz zwischen Geld- und Briefkursen aufbauen. Sie bilden somit die Kursbewegungen genau ab, bieten aber den Vorteil, dass mit einem Bruchteil des Kapitals Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Renten gehandelt werden können. Positionen werden auf Marge gekauft. Das bedeutet, dass der Anleger nur eine geringe Sicherheitseinlage einschießt und so seinen Einsatz mit einem entsprechenden Hebel versieht. Dabei kann er sowohl auf steigende Kurse setzen (long gehen) oder auf fallende (short gehen). Grundsätzlich sind die Laufzeiten unbegrenzt, allerdings haben die Broker die Möglichkeit bei steigenden Verlusten eines Depots Nachschussleistungen zu verlangen oder Positionen zu schließen. (Quelle: Börsenlexikon der FAZ)

Was habe ich da genau gemacht?

Das klang jetzt etwas kompliziert. Ich möchte nun erklären, was ich da genau gemacht habe.

Gehandelt wird beim CFD-Handel in Echtzeit. Man wettet darauf, dass ein Wert steigt oder fällt. Wenn du denkst, dass eine Aktie steigt, dann kaufst du die einen long-CFD auf eben diese Aktie. Wenn du Glück hast und der Kurs der Aktie wirklich steigt, dann verkaufst du, wenn dein Wunschkurs erreicht ist. Je nachdem, wie hoch nun der Hebel war, fällt dein Gewinn höher oder niedriger aus.

Beispiel:

Der Einstiegskurs einer Aktie beträgt 100 Euro. Du kaufst nun jeweils 100 Aktien und Aktien-CFDs. Beim Aktienkauf brauchst du ein Kapital von 10.000 Euro (100 x 100 Euro), für die Aktien-CFDs musst du hingegen nur eine Margin von 10% hinterlegen (10.000 x 10 % = 1.000 Euro).

Aktie Aktien-CFD Long
Einstiegskurs (EUR) 100 100
Stückzahl 100 100
Positionsgröße (EUR) 10.000 10.000
Kapitaleinsatz (EUR) 100 x 100 = 10.000 10.000 x 10 % = 1.000
Gewinne oder Verluste bei Kursänderungen von
± 1 % (EUR) ± 100 ± 100
± 2 % (EUR) ± 200 ± 200
± 5 % (EUR) ± 500 ± 500

Der Vorteil des Aktien-CFD ist nun, dass man weniger Kapital einsetzen muss, um den gleichen Gewinn zu erzielen, als wenn man diesen Gewinn mit Aktien erzielt hätte. Du hast nur 1000 EUR bei den Aktien-CFD eingesetzt. Bei einer Kursänderung der Aktie um 5% nach oben, machst du bei den Aktien 5% Gewinn. Bei den CFD hingegen machst du 50% Gewinn.

Das klang in meinen Ohren doch sehr verlockend.

Das Problem war dann nur, dass sich dieser Hebel auch ins Negative auswirkt. Sinkt die Aktie nämlich um 5%, während du long auf diese Aktie eingestellt warst, verlierst du die 500 EUR (oder 50%). Wenn du trotzdem investiert bleibt, kann es passieren, dass deine Sicherheitseinlage (Margin) irgendwann aufgebraucht ist. Ist sie irgendwann aufgebraucht, wird die eröffnete CFD-Position automatisch geschlossen. Das heißt, dass die Long-CFD automatisch verkauft werden. Sollte der Verlust dann doch höher sein als die hinterlegte Margin, muss der Verlust nachgeschossen werden. Das Konto muss dann wieder durch mich ausgegelichen werden.

Das ist leider sehr oft passiert. Mehr als ich gewollt hätte.

Aber ich war nicht ganz planlos. Ich habe rigoros Buch über meine Handelsgewinne und -verluste geführt. So konnte ganz genau sehen, wann ich wieviel gewonnen und verloren habe. Ich bin der Meinung, dass das mein Glück war. Ich war fast schon ein wenig süchtig nach dem CFD Handel. Ich habe auf Arbeit in den Pausen getradet, zu Hause nach der Arbeit. Meine Anfangsverluste wollte ich wieder aufholen. Das war das Ziel.

Was habe ich aus dem CFD-Handel gelernt?

Ganz einfach gesagt – Das ist nichts für mich. Ich denke, man braucht dafür viel Zeit und Erfahrung. Zeit war für mich wohl nicht das größte Problem. Ich denke eher, dass die Erfahrung mein größtes Problem dargestellt hat. Erfahrung mit dem CFD-Handel erhält man meiner Meinung nach nur, indem man oft und viel tradet. Damit verbunden ist allerdings, dass man bereit sein muss, auch Geld zu verlieren.

Das war ich nicht. Ich hatte genug verloren. Es waren insgesamt fast 900,- EUR. Manche mögen sagen, dass ist doch nicht viel. Für mich war es das aber. Also habe ich mich dazu entschlossen, es zu lassen.

Mein Vorteil war, wie ich oben bereits geschrieben habe, dass ich Buch geführt habe. So konnte ich jederzeit sehen, wieviel ich verloren habe. Und da ich das Ziel habe, MEHR Geld zu verdienen und nicht viel Geld zu verlieren, fiel mir die Entscheidung relativ leicht.

Ich möchte jetzt aber nicht sagen, dass CFD-Handel generell nichts für meine Leser ist. Probiere es ruhig aus. Es gibt viele Möglichkeiten mit Demokonten, das Traden zu üben.

Ich habe es damals mit über meinen Broker ComDirect* getestet. Dort gibt es die Möglichkeit, kostenlos den CFD-Handel zu testen…

Wie waren/sind Deine Erfahrungen mit dem CFD-Handel?
Posted on: 12. März 2014, by : Henrik

2 thoughts on “Die Geschichte meines CFD-Handels und was ich davon am meisten gelernt habe

  1. Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung mit dem CFD-Handel. Besonders haben mir die Worte: „man wettet darauf“ und „wenn du Glück hast“, gefallen. Genau das ist es meiner Meinung nach, eine Wette mit oder ohne Glück. Es gleicht einem Kasino. Am Ende gewinnt immer die Bank. Ganz gleich, ob der CFD-Händler verliert oder gewinnt. Ich habe selbst so ein kostenloses CFD-Seminar besucht. Dort wurde über Kerzen, Formationen und Strategien im Minutentakt berichtet. Völliger Unsinn ohne jegliche Grundlage.

    Ein Bekannter von mir, der von dem schnellen Geld an der Börse träumte, wollte auf CFDs setzen. Auf CFDs, ohne Erfahrung und ohne jegliches Wissen über die Börse. Der Hebeleffekt ist anscheinend so geil, dass er viel Geld damit verdienen wollte. Mit dem Hebeleffekt, wie du bereits ausführlich erklärt hast, können tatsächlich sekundenschnell horrende Gewinne erzielt werden. Das wird mit wenig eingesetztem Kapital ermöglicht. Wären da nur nicht der Hebeleffekt (nach unten) und die Nachschusspflicht. So eine Nachschusspflicht kann durchaus in den finanziellen Ruin treiben.

    Es sind nicht CFDs, Forex, binäre Optionen und ständiges hin und her, die dem Privatanleger Erfolg an der Börse bringen. Es sind Substanzwerte über Jahre und Jahrzehnte im Depot gehalten.

    1. Hallo Dimitri,

      Vielenb Dank für deinen Kommentar!

      Ich gebe dir voll und ganz Recht, diese Aussicht auf das ganz schnelle Geld ist auf den ersten Blick ziemlich geil. Das wurde bei mir noch verstärkt, da man kostenlos erst einmal auf einem Demo-Account üben kann.

      Da ist die Erfahrung komplett anders, als wenn man mit seinem echten Geld tradet.
      Ich hätte das nicht für möglich gehalten, aber es war wirklich so. Auf einmal war ich nicht locker, habe die Positionen viel zu früh geschlossen oder bei einem zu hohen Kurs wieder eingesetzt.

      Zum Glück habe ich rechtzeitig erkannt, dass das nichts für mich ist. Das Lehrgeld, was ich dabei verloren habe, war es wert, denn ich habe meine Lehren daraus gezogen.

      – Henrik

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